15.05.2012

Macht Halt.

Weil Schuhe zerfallen und weil Schritte verhallen wird die Veränderung nie Halt machen in uns und um uns. Es ist immer ein Kommen und Gehen und selbst ein Bleiben ist von Bewegung durchsetzt: Weil wir nie aufhören, uns zu verändern und weil wir also nie aufhören, weiterzugehen und weil wir nie stehenbleiben können und werden. Wir haben nur eine Konstante und die geht nicht über unser schlichtes Dasein hinaus. Wir können uns nicht verlassen auf unseren Charakter und auf unsere Stärken, auf unser Aussehen, auf unser Wissen und nicht auf die Eigenschaften anderer. Wir können uns nur einstellen aufeinander und wir können nur zugehen aufeinander und uns arrangieren miteinander, aber verlässlich ist nichts, das geprägt ist von Veränderung. Verlässlich ist kein Wesen, das durchwachsen ist von Wünschen und Emotionen und von Einflüssen, die unentwegt auf es einwirken. Auf der Suche nach Sicherheit laufen wir den verhallenden Schritten hinterher, bis die eigenen Schuhe zerfallen und bis wir stürzen und hinfallen und dann liegen und nur hören können, wie alles vorbeizieht, ob es Schritte sind oder nur Luft oder Atem. Weil sich alles bewegt gibt es nichts, das wir festhalten können und weil sich alles bewegt suchen wir genau danach: Halt.
Aber: Wir können uns auf nichts verlassen. Nicht auf Schuhe, nicht auf Ressourcen, nicht auf Bankkonten und nicht auf Menschen und nicht auf uns selbst. Wir können uns aber die Fähigkeit wahren, uns dem zu stellen und dem offen zu begegnen: Den eigenen Veränderungen, den eigenen Impulsen und denen der anderen. Wir können wahrnehmen, auch ohne festzuhalten. Schritte werden deshalb immer verhallen, weil es nur zwei Möglichkeiten gibt, dass sie es nicht tun: Entweder sie hören auf oder wir bewegen uns im Gleichschritt mit. Aber zwei Individuen können niemals auf Dauer Gleichschritt halten. Weil ganz einfach niemand gleich ist und also jeder anders. Doch ist Gleichheit nicht die Basis für ein Miteinander und wenn die Schritte weg sind, müssen wir andere Wege finden, uns nicht zu verlieren.

1 Kommentar:

  1. stefan, es rührt. danke. liebe es

    "ich weiß nicht was ego ist"

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