13.09.2011

13 September 2011

es war erst gestern, da las ich, was ich von mir gab vor einem jahr. wieder ist es september und wieder scheint die sonne nur flüchtig durch die blätter an den bäumen und die luft wird etwas kühler und die bauarbeiten in den straßen gehen zuende. die trambahn fährt wieder normal, zumindest eine davon. die ubahn ist auch wieder offen an der haltestelle an meiner ecke und die primäre laufkundschaft der currywurstbude vor dem ubahnein beziehungsweise ausgang wird also wieder bedient. wir saßen am gehweg gegenüber und stocherten uns durch pommes rotweiß und spekulierten und diskutierten und dachten nach und wurden müde irgendwann. überall stehen autos: als gehörten sie zur architektur stehen sie an den straßenrändern vielmehr als dass sie dort parken. sie stehen wie feste gegenstände und im sommer diesen jahres war es einmal so und die autos waren alle weg und wurden durch mehr schilder als nötig ersetzt, alle paar meter, mit dem hinweis, fern zu bleiben. die schienen wurden aufgerissen und alles wirkte nackt vor den häusern und der in dieser zeit wenige durchgangsverkehr wurde knapp über den gehweg gelenkt und die arbeiter saßen in ihren löchern bei nacht und bei regen und schweißten und warfen lichter ins dunkel der grauen tage und abende. auf einem fahrrad klemmte eine puppe im gepäckträger und ertrug mit gesicht nach oben den fallenden regen, der durch schuhe sickert und an schirmen abprasselt. an sonnigen tagen suchten wir die stadt ab nach neuen möglichkeiten und landeten an theken und an tresen und wurden keines blickes gewürdigt und an anderen angelacht und dann nicht verabschiedet und an wieder anderen komplimentiert aufgrund einer begrüßung zuviel statt zu wenig. stühle knarzen und andere trommeln blechern auf dem holzboden, wenn man sich darauf setzt. bier schwappt auf holztische und schaumkronen verschwinden schneller als sie entstehen. wir lehnten an säulen alter gemäuer und lagen in rasen nahe am wasser und aßen obatzn mit brezen und tranken radler und viel wasser und bekamen sonnenbrand an den knien und den schienbeinen. wir fuhren fahrrad und wir gingen spazieren, wir trafen uns zum essen und zum diskutieren und wir nahmen uns urlaub. wir wollten weg und raus aus dem trott und dem alltag und nicht jeden tag das gleiche machen. keine regelmäßigkeiten mehr ertragen und stattdessen neues sehen und riechen und hören und finden uns in neuen gassen wieder, die aussehen wie alle gassen und sind auf der suche nach den kleinen unterschieden, nach denen wir uns sehnen. wir suchen viel und wir besuchen viel, wir ziehen um und wir ziehen umher und wir werden sesshaft und kündigen freundschaften und finden andere. wir besuchen das, was wir einst heimat nannten und tapsen durch wiesen und wälder und merken, dass es eigentlich keinen unterschied gibt zwischen hier und dort. vielleicht nur in der sprache und in der freundlichkeit und in der natur und in schaumkronen auf biergläsern. vielleicht in maßeinheiten und in gesprächsthemen und in fensterverglasungen und verkehrsausrichtungen, in währungen und wetterverhältnissen und essgewohnheiten und wir merken: es kommt alles von außen. wenn wir die augen schließen und die ohren und die nase und die haut, ist es nicht wichtig, an welchem flecken erde wir stehen. wichtig ist nur, wie wir dort stehen und wie wir durch die jahre gehen und wonach wir eigentlich auf der suche sind.

Kommentare:

  1. wie es anfangt und wo er hingeht. der text - dafür gibt es kein wort.))

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  2. @Sina Kauri ... schade ... (dass es dafür kein Wort gibt)... vielleicht doch? Denk' nochmal nach!

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