27.03.2011

Regen.

Die Häuser glänzen, während du deine Sachen zusammensammelst vom Boden. Die Regentropfen prasseln gegen die Scheibe und ich stehe am Fenster und sehe nach draußen auf die bunten Dächer gegenüber und die Schatten, die die kleinen Kamine in das schimmernde Nass werfen. Der Reißverschluss deiner Tasche ist lauter als das Wetter. In der Ecke liegt Staub, den ich zu lange nicht gewischt habe. Im Glas spiegle ich mich leicht, obwohl es noch nicht dunkel ist und der Abend jetzt wieder länger Licht hat. Durch die Wolken bricht kein Sonnenschein. Ich mache das gekippte Fenster ganz auf und sehe den Menschen zu, wie sie ihre Regenschirme durch die Straße tragen und lausche den Schuhen, die auf Asphalt aufschlagen, schnell und langsam und leise und laut. Alles ist dumpf im Regen, nur du raschelst hinter mir mit dem Kaugummipapier und wirfst es auf den Tisch und schmatzt kurz. Ich drehe mich um und du stehst schon im Flur, mit dem schwarzen Mantel, der wie ein Umhang aussieht, hältst dich mit der blassen Hand und den roten Fingernägeln an meinem Bücherregal fest und streifst dir die Schuhe über. Ich sehe dein Haarband auf dem Tisch liegen und ein Haar darin verwickelt und sage nichts. Eine Frau auf der Straße tritt lauter in den Regen als du in meinen Fußboden und du schließt die Tür hinter dir und obwohl dein Rücken es leiser tut als dein Gesicht jemals etwas mir gegenüber getan hat, glaube ich, das Schloss ist auf der Straße zu hören. Im Bad duftet es nach dir und zwei Zahnbürsten stehen trocken in einem Glas, an dessen Rand weiß Pasta verschmiert ist. Im Schlafzimmer hast du die Decken sauber zusammen gelegt und es liegt kein Buch auf dem Nachttisch und ich greife nach der Bettwäsche und schüttle und durchwühle sie, um etwas anderes zu hören als den Regen und gehe zum Schrank und wechsle das Tshirt, um etwas anderes zu riechen als dich.


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