21.01.2011

Schnee essen Kehle auf.

Manchmal ist Schnee doch nur Asche und wir rennen raus und erfreuen uns an einem wiedergeborenen Winter und lachen und reißen die Münder auf und strecken die Zungen heraus und zeigen Zähne und essen nichts als Asche und ersticken daran. Asche verweht nicht mehr, wenn sie in einer Kehle steckt und sie stillt keinen Hunger und keinen Durst.
In einer Welt aus Asche lauert an jeder Ecke Gefahr und in jedem Winkel die Angst. Dunkel und grau sehen wir nichts mehr und tasten uns an Wänden und Sträuchern entlang und hören gar nichts; nur Atem und vielleicht nur den eigenen. Angst vor Überfällen und Monstern und Enttäuschungen und Angst vor Blamage und vor einem Stolperstein und einer Hürde und Angst vor der Ruhe und dem Herzschlag, der zu laut ist im eigenen Ohr. Doch was soll schon passieren ein einer Welt, in der alles seziert wird, das fremd ist. Mit etwas Mut wird der Gejagte zum Jäger. Nur ruhig atmen und die Hand vorhalten zum Schutz und über die andere Hand halten bei der Eingabe der Zahlenkombination am Bankautomaten und keinen Einblick gewähren in die Liquidität und in die Seele und in die Ängste und Schwächen. Aber: Angst essen Seele auf und Angst lähmen Glieder und die Lippen und das Gesicht und wir reißen gar nichts mehr auf und verharren nur still und aber vielleicht etwas zu spät. Die Asche frisst sich durch, weil wir einmal zu viel gelacht und gerufen und getanzt haben im vermeintlichen Schnee.

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