21.12.2010

Schummeleien.

Was wir für Seiten haben und wie viele und was wir machen können damit. Ich sehe mich um nach Inhalt und Form und Äußerung und lese und gucke und bleibe hängen und zu oft wundere ich mich dann doch: Fremde Inhalte immer wieder. Irgendjemand schreibt und wird gelobt und kommt ins Fernsehen und stolpert dann doch im eigenen Buch und in den eigenen Aussagen und in der eigenen Rechtfertigung über geistiges Eigentum und die Grenzen einer Blogosphäre und über Fehlinterpretationen. Zeitungen berichten über Ansätze eines Cyberwars und ich denke: Der Name Stuxnet klingt wie Skynet und wird vielleicht noch ein Begriff werden irgendwann. Eine Wende vielleicht oder ein Auslöser von irgendwas. In Werbefilmen wird die Intelligenz von Maschinen gefordert und ich lache immer noch jedes Mal beim Gedanken an das Röntgenbild der Zukunftsmenschen im wunderbaren Film Wall-E und fürchte mich doch jedes Mal beim Gedanken an HAL und an den Tag, als mein Blog mir nicht erlaubte, einen Text zu bearbeiten, und mich schließlich nach mehrmaligem Versuch des Schummelns bezichtigte.
Wir haben Angst und wir schüren Angst: Kleistern unsere Maschinen mit Antivirusprogrammen zu und können keiner E-Mail mehr trauen und keinem Anhang und keiner Sbahn. Gefährliche Jugendliche sammeln sich auf Straßen und nehmen Gehwege ein und lassen sich nichts gefallen und haben Hormone und Adrenalin. Wir suchen nach Kontrolle, können aber gar nicht recht fassen, wovon und nehmen die Scham auf uns, an Flughäfen gefilzt und durchleuchtet zu werden. Was bedeutet noch Glauben und was Freiheit. Was bedeuten Versprechen und was Regeln. Kriege fangen immer und ständig in den Köpfen an. Aus Gier oder der simplen Möglichkeit. Wir tun viel, weil wir es können: Ein Freund erzählt mir vom Schlachten eines Lamms und hat Bilder dabei auf seinem Display; dazwischen sind fröhliche Familienmitglieder zu sehen. Er lacht mich aus und hat Recht: Ich kaufe Fleisch beim Metzger oder im Supermarkt oder wo immer es mir am gemütlichsten ist und esse es regelmäßig und möchte das Tier aber nicht schlachten und sitze dann doch ganz erstaunt vor dem Bildschirm. Aber über ein schlechtes Gewissen geht es selten hinaus. Resignation und Abhärtung durch Masse und Regelmäßigkeit und durch Überflutung und Entropie der entgegenzugehen strafrechtlich verfolgt wird.
Wir sind müde und erschöpft und wollen es andere machen lassen. Maschinen vorzugsweise.

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