02.12.2010

02 December 2010

und heute: da ist einfach nur schnee überall. und dann matsch. aber noch rutschen die autos eher als dass sie spritzen. schritte werden vorsichtiger und wenn wir einen raum betreten, fallen flocken von uns ab, die uns ganz weiß aussehen lassen, egal unter wievielen schwarzen kleidungsstücken wir uns verstecken. und die luft zieht überall durch. kälte findet immer einen weg durch stoff. kälte hat gar keinen weg und keine form und ist sowieso überall. auf dem balkon sammelt sich weiße dichte kälte und ich habe keine socken an und stehe da und warte und gucke ein bisschen. beim blick auf die fallenden flocken und die schmutzigen fenster denke ich an gesichter mit lippenstift und lidschatten und an gesichter mit barthaaren, dicht oder weniger dicht. ich denke an weiße wände und lichter, die schatten nach oben werfen über bilderrahmen und anderem und denke an kameras und bilder und lachen und zähne und lippenformen und vereinzelte worte, die man vielleicht vergisst oder vielleicht behält, aber: eher nicht. in räumen schwitzen wir und wärmen uns auf von draußen und trinken heißes und reiben uns die hände wie räuber hotzenplotz und ich erinnere mich: wollte der nicht einfach nur eine kaffeemühle. auf der suche nach einem simplen gegenstand stolpern wir in umstände und situationen und menschen und gespräche. und manchmal stolpern wir darüber hinaus und fallen hin und liegen im schnee. dann kann man schneeengel spielen, wenn man dick genug eingepackt ist, und in den himmel starren. menschen können allerhand und sind völlig frei und unterscheiden sich deshalb vom tier: schweine sind anatomisch nicht in der lage, in den himmel zu schauen.

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