04.08.2010

22 July 2010

erinnerst du dich an das kopfsteinpflaster in der innenstadt um zwei uhr morgens. die straßen so leer wie die abstände zwischen den steinen und nur staub an den wegen und wänden und stromkästen und ein paar wenige laute jugendliche vor dem schnellrestaurant und ein paar autos, die vorüberfahren und nicht verweilen, weil keine ampel mehr eingeschaltet ist. kalte luft und trotzdem nicht frisch. stickig zwischen all den häusern und ohne pflanzen und nur mondlicht und straßenbeleuchtung und sonst nichts. wir sind nicht gut drauf. schleppen probleme mit uns herum wie rollkoffer und versuchen sie über das harte pflaster zu zerren und bleiben stecken mit den kleinen rollen und vielleicht brechen sogar teile ab und wir kommen nicht mehr weiter ohne hilfe und stehen einfach da und setzen uns vielleicht kurz. es kommt niemand vorbei in den leeren gassen. wir frieren aber wir frieren nicht genug, um uns sorgen zu machen und es wirklich zu spüren. nur ein bisschen gänsehaut an den armen und beinen vielleicht. und an der kopfhaut. kalte finger und kalte hände und wir streichen die haare auf den armen glatt und starren in den himmel mit den grauen wolken vor dem grauen hintergrund und dem grauen mond. graue wände von grauen häusern auf grauem boden.

Kommentare:

  1. weil wir tun was wir tun, wir nicht anders können oder uns einreden, dass wir nicht anders können und dann, nachts, stolpern auf grauem Pflaster, und Nasen blutig schlagen, besser als Risse im Herzen nicht wahr, und wir schwanken nach Hause, das Blut tropft Spuren in den Hausflur, morgen werden sie rostrot sein und: anders als Risse im Herzen, sind sie ganz leicht zu entfernen. Gern gelesen. S.

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  2. leichter zu entfernen sind die flecken auf dem boden, ja. aber der vergleich hinkt leider: die flecken als resultat der blutenden nase. die risse im herzen aber bluten ja auch und die tropfen fallen dann nur nicht auf einen boden, weil: unsere herzen bluten ja unentwegt. und wir halten uns die brust und so ein riss, der heilt ja eigentlich nur, wenn man die wunde stillhält. würde dieses herz nicht ständig schlagen.


    (danke, s. ich freue mich, dass du den weg hierher gefunden hast.)

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