01.06.2010

Eigentümlich.

Jeden Tag sitzen wir da und reden und tauschen uns aus und essen und trinken und wollen Sachen und erreichen manche und verändern uns. Streichen Wände neu oder räumen nur auf, basteln neue Lampenschirme aus Salatschüsseln und vollziehen Aufgaben, die uns uns selbst näher bringen und fragen besser gar nicht: warum. Steigen Treppen auf und ab und kritzeln Blätter voll und kaufen Filme für diverse Zwecke und Anlässe und die Gegebenheiten um uns und in uns. Veränderungen, die wir nur mit uns herumtragen und solche, die wir an andere herantragen. Gespräche über Eltern und Beziehungen und Sechs [sic] und bewusste Koexistenz diverser Solipsisten im Austausch zum angebrachten undoder unangebrachten Einsatz narzisstischer Anleihen. Darstellungen, die nicht hängen bleiben und fluktuative Geistesergüsse, an die wir uns morgen schon nicht mehr erinnern. Wir helfen uns aus und streben gegen unser Vergessen durch: Festhalten. Logbücher und Photoalben und ganze Schränke voller loser Bilder und Lieder, zusammengepresst in sogenannten Ordnern, die wir aufstochern können, durch bloße Berührung mit den Fingern inzwischen. Entwürfe überall von etwas und Satzfetzen, deren Sinn sich in Buchstabenkollisionen verlieren oder in Tintenklecksen. Zufall bremst und beschleunigt Handlungen und Gedankengänge. Zerträumt Hände haltend traben wir kollektiv auf unsere Wünsche zu und stampfen mit den Füßen auf und schreien laut und meinen, Anspruch zu haben, bis der Boden knirscht. Die Avantgarde trifft sich zum Fußball und Grand Prix Kaffeekränzchen und debattiert wild über Vorgehensweisen und Blockaden und Statistiken und Heimvorteil. Oder nicht. Geistiges Eigentum wird ausgelebt und wird dargeboten und wird entwendet und man steht da, schlimmer als nackt, ist doch unser Kopf das einzige, was wir wirklich verschließen zu können glaubten. Ausleben und Vorzeigen und nach Anerkennung streben oder sonst was und dann zurückbleiben mit diesem Gefühl.

























Oder: einfach nicht nachdenken und handeln und tun, wonach uns ist und nicht warten auf Bestätigung oder Meinungen oder Zusagen oder Achtung. Keinen Respekt brauchen, nur vor sich selbst (ein wenig). Vergangenes annehmen und Kommendes auch. Einlassen auf Tage und Menschen und Geschichten und Festhalten nicht der anderen wegen. Festhalten nur der Hände wegen.

Photos von: Frau Krawalla

1 Kommentar:

  1. it's light in here! but it's also revelation in here. semantics.


    in other notes: you have a legokitchenfloor. ppft! not that I envy that, just loosly observation ;)

    es muss öfter wegen der hände sein. viel viel öfter.

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