21.04.2010

Leisten.

Es gibt kaum etwas, was wertvoller ist, als beliebt zu sein, sagt Martin Lindner im Interview mit dem Freitag am 16.04.2010.

Und mir fallen Werte auseinander, zerspringen in meinen Händen und im Brustkorb sowieso und mein Herz schlägt schneller und meine Augen tränen. Wir haben keine Ruhe mehr und kämpfen nur und setzen Ziele und Marken und müssen Erreichen und Erreichen und Erreichen und Kinder gehen zum Psychologen und Erwachsene gehen zum Psychologen und wir bekommen ja auch keine Rente mehr. Leisten und Verdienen und Sparen und Kaufen um zu besitzen und uns auszudrücken durch das, was wir tun und durch das, was wir haben. Nicht durch das, was wir sind.

Und ich weigere mich, das Vertrauen aufzugeben in eine Gesellschaft, die nicht leisten muss, um zu sein.

Kommentare:

  1. Und es geht immer so weiter und es hat kein Ende und am Ende sind wir wieder am Anfang und müssen noch mal ganz von vorne anfangen und nochmehr leisten, um nicht gänzlich zu verschwinden und überhaupt wahrgenommen zu werden.

    oderso.

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  2. man geht ja unter, leistet man nicht.
    fataler allerdings finde ich die aussagen, die implizieren, dass nur wer leistet belohnt wird beziehungsweise die andeutung dahingehend, dass leistende und sich einsetzende und fleißige nicht als die dastehen sollten, die schlecht da stehen vor ihren mitmenschen (zwar richtig), sondern vielmehr gerade aufgrund dieses engagements besser dastehen sollten (aber falsch).
    er fordert hier nämlich eine klassengesellschaft. einzig bemängelt er, dass sie aktuell nicht im lot sei. und vergisst dabei: eine klassengesellschaft an sich ist nicht erstrebenswert.

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  3. erschreckend, irgendwie.
    aber wie recht du hast.

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