12.04.2010

knospen.

bitte: nimm deine hand aus deinem haar und steck deine hand in mein haar und mach ein bild von dem zaun da am rand und versuche festzuhalten wie kalt er sich anfühlt und wie grün er schimmert im herbstlicht und was er abgrenzt im frühling in den zeiten der freude und in den zeiten der herzen und in den zeiten von freiheit und wir wirbeln durch themen wie sandstürme und halten uns fest an den haaren und an den formen die wir kennen und können und hauswände so rauh wie die finger und haut so alt wie mauersteine zerbissen von schuld oder ungeduld oder dem nichtwissenwohin mit sich und entscheidungen und konsequenzen
bitte: streif deine hand an den abschabungen und am zerfall und bleib liegen ein bisschen oder ein bisschen länger und tanz mit den augen durch die regale und durch die mengen und durch die gehwege und zebrastreifen und nimm eine der frischen knospen da vom ast und reib sie zwischen daumen und mittelfinger und lass sie zergehen auf dem handballen und lass sie fallen und tust du es bis der baum kahl ist so bleibt zumindest ein weg zu dir übrig und schuh oder fußspuren im blätterteig
bitte: pass auf wo du hintrittst auf der suche nach mehr und
bitte: versteck dich nicht in blüten undoder ästen je nachdem welche farbe du trägst und
bitte: nimm dir zeit und kein handtuch und fang ein paar regentropfen ein

warm in den rillen der rauen haut.

Kommentare:

  1. eigentlich muss man diesen text gelesen bekommen... ich hab ihn geflüstert.

    dieses fließen find ich toll. man kann sich ein wenig wie ins meer stürtzen damit und taumeln. das ist gut, weil er bewegt.

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  2. Ich hab mich verliebt.

    Ja! Diesen Text muss man vorgelesen bekommen!

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