31.03.2010

drops.

March 2010

29.03.2010

Learning to love you more.



Here are some assignments from Learning To Love You More by Harrell Fletcher & Miranda July.
Share.


  27. Take a picture of the sun


 50. Take a flash foto under your bed


 
55. Photograph a significant outfit


70. Say goodbye 
(see sidebar: Meeting People)

26.03.2010

cutis anserina

Es ist ja so: Man vergisst manchmal alles. Und dann sind da ein paar Gefühle, wie ein Wassertropfen am Hals einer eiskalten Kolaflasche im Frühling und auf einem Stein am Wasser abgelegte Beine. Und hin und wieder sind da Worte, die die Welt bedeuten beziehungsweise Augen öffnen und den Kopf. Ich mag plötzliche Interessenentwicklung, unverhofft und überrumpelnd. Wenn es heraus platzt aus uns und wir ein dummes Gesicht machen. Weil: Manchmal ist ein dummes Gesicht der schönste Ausdruck von Emotionen.
Und dabei schwanke ich zwischen Einschlafen und Loswandern und Einfachsein. Zwischen dem was war und dem was ist und all dem, das sein wird. Gehe Mittagessen und plaudere und arbeite und schiebe Möbel in meiner Wohnung umher und freue mich über Spontaneitäten. Zumindest über manche. Und draußen scheint die Sonne oder hat geschienen und jetzt nur noch Schatten an Häusern und an Leuten hängend, die hin und her gehen in den Straßen. Nehmen ihre Schatten mit, egal, wie sie aussehen.


25.03.2010

prog.

  Less progressive hair.   

24.03.2010

21 March 2007

Die Stimmung lege ich über die Stuhllehne. Behutsam, weil ich sie nicht zerknittern will. Bügelfrei steht darauf. doch das Fernsehen sagt mir, dass man immer nachbügeln muss. Ohne Stimmung lege ich mich auf das Bett und wickle mich in die Decke ein. Kaffeegeruch kommt aus der Küche und schleicht sich in mein Zimmer. Ich schließe die Augen und schlafe ein. Weil ich einen Traum lebe. Den Traum, einfach schlafen zu können. Auf Knopfdruck.
Ich wache auf, als es dunkel ist und der Mond hinter den Wolken Verstecken spielt. Ich flüstere ihm zu: Ich gewinne, und setze meinen Hut und meine Brille auf. Dann laufe ich durch das Haus, hinunter in den Keller, um nachzusehen, warum er eigentlich da ist. Ich schließe das Holztor auf, das in der Miete mit inbegriffen ist und lehne mich an die Wand. Wenn mich morgen jemand fragt, was ich gemacht habe, sage ich: Meine Wohnung voll ausgelebt. Meine Handyrechnung kommt und schlägt mir ins Gesicht. Ich versuche nachzurechnen, was wer wann wieviel und beschließe, dass ich aufhören muss, solange die Kopfschmerzen noch leicht sind.
Die Schmerzen stecke ich meinen Rucksack und schnalle ihn mir auf den Rücken. Er wiegt nichts. Und mein Kopf ist leer. Mit dem Rucksack setze ich mich auf das Dach vor meinem Fenster und starre in die Sterne. Bis sie verschwimmen und mein Auge austricksen. Mir hat einmal jemand den großen Wagen gezeigt und ich habe nicht gleich verstanden, dass es der Einkaufswagen da oben ist. Ich dachte, er sei komplexer aufgebaut. In meiner Hosentasche finde ich mein Handy. Eine SMS mit einer Frage. Ich denke an die Blätter in dem weißen Umschlag von Vodafone, schalte es aus und stecke es wieder ein. Manchmal sind Dinge einfach so einfach, sage ich mir uns suche nach dem kleinen Wagen, den ich noch nie gefunden habe.

28 February 2007

Abenteuer. Ich kenne diese Abenteuer. Wenn sie schon erlebt sind. Noch ganz frisch. Wie der Regen, wenn er aufgehört hat. Im Sommer. Und die Straße und die Wiesen noch danach riechen. Man denkt, man laufe noch hindurch, doch mit einem Blick in den Himmel fällt einem auf, dass die Brillengläser trocken bleiben. Trocken. Wie das Handtuch in der Küche. Zu lange nicht abgespült. Das Abenteuer trocknet schon in die Teller hinein. In die Weizengläser. Meine Hände sind zu dick, um den Boden zu erreichen. Ganz verkrustet, das Bier. Und ich schmecke es immer noch.

22.03.2010

Neue Schuhe.

Im Übrigen: Wenn genügend Milliarden zur Verfügung stehen, ein marodes Finanzsystem zu retten, sollten in gleicher Größenordnung Mittel verfügbar sein, um eine Milliarde Menschen vor Hunger, Armut, Krankheit und Klimawandel zu schützen.
Schreibt Lutz Herden im Freitag vom 18.März 2010.

Menschen retten und Fernsehen und Stehenbleiben, wenn Menschen aus der Tram aussteigen wollen. Oder gleich mitten auf der Straße. Helfen fängt ja im Kleinen an. Ein kaputter Aufzug und eine keuchende Oma im Treppenhaus im ersten Stock. Wieder zu langsam aufgestanden bei der Frau mit dem Kinderwagen. Es bedarf auch ein Augenmerk, das hinausgeht über den flüchtigen Blick auf Schönheiten und die Frühlingssonne. Wir bemängeln den Nachrichtengehalt und die Unwahrheiten und jeden plötzlichen Temperaturwechsel. Platzregen und Wolkengetümmel und Regenschirme verformen sich in Straßenwinden. Auf der Suche nach Bestätigung oder Wahrnehmung oder einer ruhigen Atmosphäre, die dennoch keine Abgeschiedenheit ist, sitzen wir in Cafés und trinken aus Bechern ohne Henkel und Frühstücken und tragen neue Schuhe. Wir mögen das Geräusch, wenn eine Zeitung umgeschlagen wird und Milchschaum.

Geraucht wird vor der Türe oder in den eigenen vier Wänden und das Internet kandidiert für den Friedensnobelpreis.

19.03.2010

05.03.2010

water.


October 2008

Zerträumt.

Es ist wie Aufwachen und sich nicht an das Zimmer erinnern können. Orientierungslos im Dunkel tappend und mit den Fingern sowieso immer an der Wand. Schmatzgeräusche der nackten Füße auf dem Boden, Material vergessen, Bett neu gestellt, ein Schweißrand am Teashirtkragen. Durst und Hunger und Lachen vor dem Fenster. Die Uhr zeigt späte Stunden. Vollmond und belebte Straßen und Luft drückt den Vorhang hin und her. Die Türe nur angelehnt, ein Hin und Her.
Ein Buch neben dem Bett mit Sätzen darin, ein schwarzer Stift, die Kappe nicht richtig aufgesetzt. Er trocknet aus und die Seiten füllen sich nicht. Notizen ohne zu sehen, was eigentlich. Am nächsten Tag mit Mühe entziffern, wenn überhaupt. Keine Lust mehr und ein stetiges Sichtrennen von Menschen und Situationen und Wünschen und Idealen. Es ist eine Aufgabe von Dingen, die man nicht will oder nicht wollen soll oder nicht haben kann. Wenn man lange genug liegt und auf ein Bücherregal starrt, verschwimmt alles und man sinkt ein bisschen. Toter Mann in der Badewanne, man liegt nur auf und macht gar nichts mehr und wartet unter Umständen auf andere Umstände. Unter anderen Umständen lacht man vielleicht oder spricht schnell und rennt Gedanken und Eingebungen hinterher oder kritzelt in ein Buch oder zerschneidet es oder oder oder.
Vorhaben richten wir an uns stattdessen: So sein und so tun und handeln und reden. Nachdenken und planen und nicht zu spät kommen. Und zahlen. Menschen bauen Statuen und malen Bilder, um zu ehren undoder sich zu erinnern. Machen Photos und schreiben Bücher mit Protagonisten und Leben und hauchen ein und ein und ein. Weil ja nichts passiert sonst. Hier. Draußen vor dem Fenster vielleicht. Kleine Schneefetzen und doch eigentlich Frühling. Nichts sonst passiert ja. Kein Krieg und keine Liebe und keine Politik und keine Freuden.
Wir basteln und bauen und produzieren und kreieren bis uns die Schläfen schmerzen. Arzttermin, Tabletten und Tropfen und Ruhe und ein heißes Bad. Nicht so viel anstrengen und es leichter nehmen. Öfter hinlegen und gut sein lassen. All das Gute da draußen einfach lassen. Wie die Bäume ihre Schatten werfen und die Typen in der Trambahn liegen und die Mädchen ihre Gesichter anmalen und ihre Brüste einem entgegenstrecken und die Füße umknicken. Ausrutschen und liegen lassen. Völlig entfremdet und in sich gekehrt = weniger Sorgen.
Aber zahlen nicht vergessen.
Auch die Zerstreuung ist nicht umsonst.