15.01.2010

Wolken.

Als sehe man zu, wie alles vorbeirauscht und zwar immer wieder. Wie ein Karussell, so schnell, das die Einzelheiten nicht mehr zu erkennen sind und man selbst dazwischen: Wie ferngesteuert. Ein Schritt vor den anderen und den letzten schon wieder vergessen. Etwas hinlegen irgendwo und es gar nicht merken. Vergessen, wie ein Satz aufhört oder anfängt oder was er zu bedeuten hat. Ein bisschen wie Nuscheln im Schlaf oder Aufwachen. Die Hand ins Karussell stecken wie in einen Ventilator. Man macht manchmal alles falsch und merkt es zur gleichen Zeit.
Verspricht sich und verdenkt sich auf dem Weg irgendwohin. Das Hirn als Trampelpfad oder als Schneegestöber. Nebel auf den Straßen und man sieht nichts mehr und Straßenlampen flimmern und verwischen wie auf Leinwänden. Und manchmal scheint gar keiner mehr greifbar; Menschen wie Wolken oder dieses bunte Süßkramessen in Tüten: Die kleinen farbigen Punkte, die zergehen wie Nichts und nichts hinterlassen danach. Eine Handvoll Nichts und kauen und schlucken und viel trinken am Tag und lang genug schlafen und außerdem: Rechnungen bezahlen. Ich vergesse Kennwörter und Pseudonyme. Das Internet ist voll davon und Viren, bewusst freigesetzt oder vielmehr: Dressiert. Es sind komische Tage und Kriege, die wir leben.
Aber wir leben. Immerhin.

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