13.01.2010

Halt.

Auflösung. Schnee auf Windschutzscheiben und die Zigaretten einer Freundin, vor ein paar Tagen in den Balkonschnee gesteckt und dann nicht mehr sichtbar gewesen und nun wieder da liegend, einfach so. Farbe in Kleidungsstücken und Waschmittel für schwarze Kleidung ist vielleicht dekadent aber auch: Ansichtssache.
Sachen kommen und gehen und manche schlänkern mit Armen und schlürfen die Füße auf dem Boden und sind laut und andere leise und kaum da. Gegen Langeweile Geld ausgeben, um nicht alleine zu sein. Draußen sein, um nicht alleine zu sein und da liegen auf der Couch oder im Bett und die Seiten umblättern und irgendwann merken: Man hat gar nichts verstanden undoder mitbekommen. Mitten in der Nacht klopft es irgendwo regelmäßig, in der Decke oder in der Wand oder im Boden. Träume holen uns ein und wecken auf. Viel trinken. Toilette. Vielleicht das Fenster auf, trotz Schneefall. Es gibt ja mehr als nur eine Decke und außerdem die heiße Dusche am Morgen. Dafür aber keine vernünftigen Schuhe und außerdem Matsch nach wenigen Tagen auf den Straßen und Gehwegen und Hauseingängen.
Straßenbahnen voller Menschen und U-Bahnen mit noch mehr Menschen und S-Bahnen, die sich ausleeren auf Bahnsteige und Treppen und Tunneldurchgänge und Blicke geradeaus oder auf die eigenen Füße. Ein leerer Kühlschrank und schwarzer Tee am Nachmittag. Da ist noch etwas Milch und die Flasche Wodka nur angetrunken an irgendeinem Abend der Woche. Pläne schmieden und nicht einhalten können und pünktlich sein (wollen) und unfreundliche beziehungsweise schon beinahe arrogante Verkäufer im Plattenladen. Servicewüste Deutschland, heißt es doch. Dabei: Ein Drängen der Bank und Versicherung und Telefongesellschaft auf Termine und Gespräche und Zeit oder sonstwas. Nur mal die Füße hochlegen und rauchen oder nicht rauchen und also nur sitzen oder liegen und vielleicht die Platte hören und sich abfinden müssen mit dem Gedanken: Es war einmal. Dinge kommen und gehen: Zeit und Rat und Menschen. Manches kann man vielleicht festhalten oder anhalten oder zumindest wahrnehmen. Schon deshalb keine Zeit für Termine. Mit Festhalten beschäftigt.

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