28.12.2009

haarsträhne.

stehen bleiben. unter der last der jacke schwermütiger gehen und menschen machen mir den weg frei auf der straße und einer schaute mir dabei in die augen und blieb ganz bewusst stehen. er hielt die hand eines anderen fest. geräuschlosigkeit im kopf und auf den straßen. schnee deckt alles ab und fällt dann plötzlich doch wieder nicht und nimmt das dumpfe der gegend und verwandelt alles in wasser und pfützen zu dieser jahreszeit. leere breitet sich aus, weil so viele nicht da sind und sagen: nach hause fahren. und ich denke nur: nach hause kommen nach weihnachten, nicht währenddessen. die frage nach zuhause und danach, wo man wohnt und bleibt und sich aufhält und vor allem: wohl fühlt. ist zuhause auf dem sofa der eltern oder im eigenen bett, auf den straßen der jugend, die dahinplätschern, kurvenreich durch waldstücke, oder in den straßen, in denen man einkauft und lebt und das gesicht vergräbt im schal. zu besuch in den alten zeiten und das gaspedal leicht betätigen und wissen: das geht vorbei. nüchtern in der menschenmasse mit gesichtern und wunderschönen augen und einer haarsträhne an der wange. ich möchte darüber streichen, sie zur seite schieben und hallo sagen und tue es nicht. starre ins licht und höre und bewege mich ein bisschen und die augen kratzen und das atmen wird schwerer und man steht so lange an, um eine cola zu kaufen. freunde und bekannte und mädchen und rauch um mich herum. im fernsehen kommen filme und das bild sieht anders aus als gewohnt. wir essen und reden und trinken cola und ich schweige ein bisschen und schreibe vielleicht eine sms und denke an eine haarsträhne. man tut alles mögliche, wenn man nichts zu tun hat und an einem feiertag einen kaffee trinken möchte, irgendwo. durch die stadt laufen mit der jacke, schwermütig, und keinen ort betreten dabei und keinen gedanken haben. die luft ist anders hier. riecht nach nichts, vielleicht: nach kaputten schuhen, nach holz und nach schweiß. ein bisschen nach benzin und nach einem parfüm. riecht nach asphalt und nach gummi, nach rauch um mich herum und nach vinyl. die stadtmauer ist leer und kalt und ich denke an straßenbahnen und sehe auf mein telefon und finde das wort zuhause nicht auf der anzeige. vielleicht sagt uns unser telefontarif, wo daheim ist und wo man zu besuch ist. oder unsere gesprächspartner. autos überholen einander und geschichten zerren aneinander von dem und dem und was der macht und die und von heiraten und vereinen und nachbarn und bekanntschaften und politik und nichts ist wirklich. nur das buch auf dem tisch mit dem lesezeichen darin. ich lege meine hand darauf, ohne es zu öffnen.

1 Kommentar:

  1. Schöner Text! Gefällt mir sehr!!
    Lg, Johanna

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