28.12.2009

haarsträhne.

stehen bleiben. unter der last der jacke schwermütiger gehen und menschen machen mir den weg frei auf der straße und einer schaute mir dabei in die augen und blieb ganz bewusst stehen. er hielt die hand eines anderen fest. geräuschlosigkeit im kopf und auf den straßen. schnee deckt alles ab und fällt dann plötzlich doch wieder nicht und nimmt das dumpfe der gegend und verwandelt alles in wasser und pfützen zu dieser jahreszeit. leere breitet sich aus, weil so viele nicht da sind und sagen: nach hause fahren. und ich denke nur: nach hause kommen nach weihnachten, nicht währenddessen. die frage nach zuhause und danach, wo man wohnt und bleibt und sich aufhält und vor allem: wohl fühlt. ist zuhause auf dem sofa der eltern oder im eigenen bett, auf den straßen der jugend, die dahinplätschern, kurvenreich durch waldstücke, oder in den straßen, in denen man einkauft und lebt und das gesicht vergräbt im schal. zu besuch in den alten zeiten und das gaspedal leicht betätigen und wissen: das geht vorbei. nüchtern in der menschenmasse mit gesichtern und wunderschönen augen und einer haarsträhne an der wange. ich möchte darüber streichen, sie zur seite schieben und hallo sagen und tue es nicht. starre ins licht und höre und bewege mich ein bisschen und die augen kratzen und das atmen wird schwerer und man steht so lange an, um eine cola zu kaufen. freunde und bekannte und mädchen und rauch um mich herum. im fernsehen kommen filme und das bild sieht anders aus als gewohnt. wir essen und reden und trinken cola und ich schweige ein bisschen und schreibe vielleicht eine sms und denke an eine haarsträhne. man tut alles mögliche, wenn man nichts zu tun hat und an einem feiertag einen kaffee trinken möchte, irgendwo. durch die stadt laufen mit der jacke, schwermütig, und keinen ort betreten dabei und keinen gedanken haben. die luft ist anders hier. riecht nach nichts, vielleicht: nach kaputten schuhen, nach holz und nach schweiß. ein bisschen nach benzin und nach einem parfüm. riecht nach asphalt und nach gummi, nach rauch um mich herum und nach vinyl. die stadtmauer ist leer und kalt und ich denke an straßenbahnen und sehe auf mein telefon und finde das wort zuhause nicht auf der anzeige. vielleicht sagt uns unser telefontarif, wo daheim ist und wo man zu besuch ist. oder unsere gesprächspartner. autos überholen einander und geschichten zerren aneinander von dem und dem und was der macht und die und von heiraten und vereinen und nachbarn und bekanntschaften und politik und nichts ist wirklich. nur das buch auf dem tisch mit dem lesezeichen darin. ich lege meine hand darauf, ohne es zu öffnen.

05.12.2009

Café Oto.



Let's do more of what's hiding inside ourselves.

23.11.2009

Verstehen.

Ich verstehe mich. Das heißt: Ich lehne mich an eine Wand und vergesse, wo ich bin und finde mich dann nicht zurecht in der mich umgebenden Umgebung. Mache unter Umständen die Augen zu (man blinzelt ja auch) und weiß nicht mehr, wohin eine Straße führt und eine Straßenbahn fährt und wo ein Fluss anfängt und aufhört.

22.11.2009

Sammellinse: Autismus

Alltägliche Wahrnehmungen, hervorgerufen durch eigenartige Abhandlung von ausgewählten und zufälligen Worten. Eine Kolumne zu Ungunsten der Definition.


Zeilen teilen. Gerade erst aufgestanden irgendwie und ein paar Notizen gemacht. Das Netz ist so viel schneller als die Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Ich hätte Lust, die Satellitenschüssel vor meinem Fenster zu zerstören. Einfach so.

Denken wir nach über:

Autismus


Wir haben viel zu viel übrig für Bildschirme und Kram. Wie abhängig man von Geräten ist, merkt man aber (wie üblich) immer erst, wenn sie nicht mehr funktionieren. Was ja auch regelmäßig passiert. Bis dahin allerdings nutzen wir sie rege und verlieben uns in sie und wollen nicht mehr ohne sie sein. Telefone, Navigationsgeräte, Musikspieler, noch mehr Telefone, tragbare Spielkonsolen und natürlich Notebooks und Smartphones und was wir nicht alles mit uns rumschleppen zur Ablenkung von der Außenwelt.

Einmal habe ich einen Mann und eine Frau gesehen, die Hand in Hand durch die Bahnhofshalle liefen, beide Stöpsel im Ohr, aber einander Hände haltend. Als wären sie ineinander gelaufen und zufällig so hängen geblieben. Ich dachte auch kurz, dass die sich vielleicht gar nicht wahrnehmen. Besonders ins Auge stechen mir derzeit auch Jugendliche, die immer einen Stöpsel im Ohr tragen und sich gleichzeitig unterhalten. Man kann das ja als Multitasking abtun, aber durchaus auch als unaufmerksam oder gar unhöflich. Zwei Mädels saßen sich auch mal gegenüber und haben beide mit jeweils zwei Stöpseln Musik gehört und trotzdem unterhalten. Das lief dann ungefähr so, dass sie ununterbrochen die Stöpsel rausnehmen mussten, hä? fragen, kurz hinhören, kommentieren und die Stöpsel dann zurück stecken mussten. Ich habe zum Beispiel auch den Eindruck, dass Musik in Clubs immer lauter wird, sodass es schwerfällt, sich überhaupt noch zu unterhalten. Man wird ja quasi alleine gelassen auf der Tanzfläche oder an der Bar. Dabei fällt mir das schon viel beschriebene Handy Phänomen ein: Zwei sitzen am Tisch, einer geht kurz wohin, der andere zieht das Handy aus der Tasche. Natürlich hat das mit Kommunikation zu tun, man schreibt ja jemanden oder so. Aber sprechen tut man nicht. Wie in den Internetforen. Da hat man auch Freunde über Freunde und kennt manche vielleicht gar nicht und hat manche vielleicht noch nie gesehen. Also: Gesehen. Nicht angeklickt. Das macht oft den Eindruck als kommunizierten wir unentwegt, aber nie so richtig. Ich habe mal ein junges Mädchen in ein Taschentuch weinend neben einem Zug sitzen sehen. Die legte ihre Hand an das Fenster und im Inneren saß ein Junge und tat nahezu das gleiche. Nur berührten sie sich nicht. Ich empfand das als ziemlich bildgewaltig.
Aber man kann sich natürlich mit dieser Distanz auch viel leichter ausdrücken. Oder freier. Eine E-Mail zu schreiben ist ja auch viel einfacher als zu sprechen: Da löscht man halt eine Zeile oder einen Absatz oder einfach alles und fängt von vorne an und drückt erst auf Senden, wenn jede Formulierung so ist, wie man sie haben will und dass sie auch wirklich nicht missverständlich ist. Aber: Gesagt ist halt gesagt. Allerdings: Missverstehen kann man alles Mögliche. Im echten Leben (ich bezeichne das jetzt mal so) kann man sich wenigstens noch rausreden oder das Gegenüber festhalten, wenn es gehen will, weil man was Unangebrachtes gesagt oder was durchaus Angebrachtes unangebracht formuliert hat. Im Internet ist man binnen weniger Klicks entfreundet.
Ein weiteres Bild, dass mir in den Sinn kommt, ist folgendes: Menschen auf Parkbänken. Und der Abstand zwischen ihnen, wenn sie sich nicht kennen, sich aber unbedingt setzen wollen und leider keine Bank ganz frei (also: ganz alleine) ist.
Da kommt nun aber die Frage auf, ob wir nur keine Lust haben auf Kommunikation, oder ob wir sie zunehmend verlernen. Warum es uns schwerer und schwerer fällt, keine Musik zu hören oder kein Buch zu lesen oder nicht auf handtellergroße Bildschirme zu starren. Sondern: Stattdessen vielleicht aus dem Fenster zu sehen oder in die Augen der anderen oder einfach nach vorne. Und vielleicht auch mal zu lächeln. Und hallo zu sagen oder eine Frage zu stellen und eine Antwort darauf wirklich hören zu wollen.
Also: Hören. nicht aufploppen.
 

12.11.2009

nebel.

keine helden keine konkurrenz. keine machtgier und keine gerüchte und maßlosigkeit. keine kriege keine waffen keine gewalttätige übernahme von herzen und seelen und gefühlen und händen. keine spitzeleien.
ich fühle mich beizeiten wie der rauch aus einem schornstein. flüchtig im rest der noch ist. oder: wie der nebel am morgen zwischen den füßen der anderen.

08.11.2009

Broken glass.

I live next to a building site. Next to noise and talking and yelling and running around and workers standing on the pavement chatting over what could have been done. I live next to people spitting out of their windows and men and women drinking beer in the same place they buy it to always be able to get the next bottle right away. I live next to central station without any destination to go to and next to a swimming pool full of hungry mouths. I live around the corner of a sex shop and walk on black plastic bags and piss and broken glass in the morning. People insult me in front my own door, the soles of my shoes are cut open and I actually cannot remember what happened a few nights ago.

07.11.2009

Sammellinse: Neologismus

Alltägliche Wahrnehmungen, hervorgerufen durch eigenartige Abhandlung von ausgewählten und zufälligen Worten. Eine Kolumne zu Ungunsten der Definition.


Es geht weiter. Wie das Wetter es auch tut. Zieht vorbei und spricht sich aus und tanzt und weint. Wir sollten mehr tun, wonach uns ist. Mehr handeln und weniger einschränken lassen und nutzen, was da ist.

Abgehandelt wird:

Neologismus


Gleich vorab: Ich kann zwar nicht mit Kindern, mag sie aber. Kinder haben eine Eigenschaft, die ich absolut wundervoll finde und die mich im gleichen Moment ungemein traurig stimmen kann. Ich denke nämlich umgehend: Wir haben sie nicht (kaum) mehr. Unsere Phantasie bleibt so oft auf der Strecke. Wann haben wir zum letzten Mal mit dem Finger auf etwas gezeigt und gelacht. Wann ein Blatt berührt, nur um zu es zu fühlen. Wann ein Bild gemalt und wann etwas gesagt, ohne darüber nachzudenken, ob es Sinn macht.

Ich stelle das irgendwie gleich mit Freiheit und der Lust auf Neues. Auf Unbekanntes und Ungreifbares. Ich liebe es, wenn ein Kind mit nichts weiter spielt als zum Beispiel einem Umzugskarton. Ich habe heute auch zufällig eine von Hand beschriebene Postkarte gesehen, auf der steht: I would take swinging on the swings over money, sex and/or power any day. Ich mochte das, weiß allerdings gerade nicht, warum mir das dazu einfällt.
Aber das eigentlich Schöne an der Umzugskiste ist ja nicht, dass das Kind beschäftigt ist, sondern dass es sich zwangsläufig eigene Welten erschafft. Was immer die Kiste sein mag, für das Kind ist sie es in dem Moment wirklich. Einmal habe gehört, wie ein Kind an die Mutter heran trat und sagte: Schau, der kleine Tiger in meiner Hand. Und die Mutter sagte: Der ist ja süß. Und wo ist seine Mama? Kind: Da hinten, unter dem Tisch. Vor kurzem lief ein kleiner Junge in einem Garten umher und spielte mit einem Stoffkänguru, in dessen Beutel es eine Stoffrobbe steckte, welche dann wiederum spontan die Identitäten wechseln konnte. Von Tier zu Tier. Und wenn es etwas nicht gibt, dann wird es halt erfunden. Ein Kind ringt nicht lange um die richtigen Worte. Es benutzt, was es findet. Und schafft damit etwas. Was es damit schafft, bleibt oft unverstanden. Es gibt eben die Grenzen der Sprache. Es gibt Bücher, in denen sie niedergeschrieben, definiert und festgelegt ist. Sprache und das, woraus sie besteht. Sie ist aber doch auch (wenn nicht sogar vor allem) Ausdrucksmittel dessen, was passiert. Ob nun in uns oder um uns. Wie können sich da Gefühle oder Geschehnisse an Vorhandenem orientieren. Sie könnten Vorhandenes vielmehr eliminieren oder zumindest erweitern. Kein geschriebenes Wort kann einpferchen und zusammenfassen, was passiert.
Aber sprachliche Anarchie hat natürlich Komplikationen: Sich verstehen und verständlich machen. Kommunizieren, Konversation führen (konversieren), Mitteilungsbedürfnis. Wunsch nach Verständigung. Was bringt uns unsere eigene Sprache, wenn sie nicht verstanden wird. Warum werden Gedichte interpretiert. Warum abstrakter Kunst eine Aussage zugeschrieben. Warum stelle ich Fragen ohne Fragezeichen. Man kann natürlich jede Emotion in Lautgedichten ausdrücken, aber ein Gespräch wird dadurch überflüssig. Und man vereinsamt noch schneller, als es unsere Generation ohnehin schon tut. Da drücken sich mir aber Existenzfragen auf: Lieber den Preis des Widerstandes zahlen oder den der Phantasielosigkeit.
(Ich neige zur Übertreibung.)
Ich freue mich immer über mir Unbekanntes. Und wenn es das mir Unbekannte gar nicht gibt, freue ich mich noch mehr. Ich habe auch gerade erst gelesen: Wenn das Herz voll ist, quillt der Mund über. Nur zu.
Ich bin sicher: nicht alles, was raus läuft, macht Sinn. Aber vielleicht ist das das Wundervolle daran.
Und ich meine das hier wörtlich: Voller Wunder.

Nachts.





24.10.2009

Muhackl oder Blutwurst.

There should be more nights like this. More nights of art and christmas trees in october. There should be more communication and more music that does not always take itself too seriously which obviously leads to an audience that doesn't even see itself as an audience but more as participants of their own. There should be more pictures on walls and more furniture that you can buy after sitting on it all night long and wanting to take that feeling home with you.
There should be more random nights and random conversations. There should be new venues and ideas and people daring to put something into action that's inside their heads.

We should get out more.

05.10.2009

Sammellinse: Dadaismus

Alltägliche Wahrnehmungen, hervorgerufen durch eigenartige Abhandlung von ausgewählten und zufälligen Worten. Eine Kolumne zu Ungunsten der Definition.


Ich mag Gäste. Lasst uns ein bisschen nachdenken und reden und miteinander grübeln über dies und jenes und alles ein bisschen. Wir brauchen nur ein paar Ideen und Minuten und vielleicht einen Regenschirm in diesen herbstlichen Tagen.

Diesmal machen wir uns Gedanken über:


Dadaismus


Irgendwann stand einmal ein Mann mit nackten Füßen und in einen Pelzmantel gehüllt auf der Straße und hielt ein Schild in den Händen. Darauf stand: Politik. An einem anderen Tag: Saulgau. Ich habe lange überlegt, was Saulgau bedeuten soll. Vielleicht vermittelt es Anstößigkeit, vielleicht vermittelt es gar nichts. Politik an sich ist ja auch schwer verständlich anhand der gegebenen Umstände. Wir fanden dann irgendwann heraus, dass Saulgau ein Ort in Baden-Württemberg ist. Aufgehört zu fragen, warum der Mann mit diesem Schild nicht an einer viel befahrenen Straße auf Mitfahrgelegenheiten wartete (und in welchem Bundesland der Ort Politik liegt) haben wir, als wir ihn im Hochsommer an einem Brunnen in der Fußgängerzone stehend ein Weihnachtslied singen hörten. Ich habe mich auch auf meinem morgendlichen Fußweg das ein oder andere Mal erschrocken, als er mit seinen grauen Haaren und seinem grauen Bart auf einer kleinen Mauer zwischen Bäumen stand und auf mich herabblickte.

Seit einiger Zeit habe ich ihn nicht mehr gesehen. Dafür fährt in regelmäßigen Abständen ein Mann auf seinem Fahrrad durch die Straßen und trällert Opernlieder. Ich traf auch auf einen Matrosen, der auf der Straße kleine Kreise gelaufen ist. Als er merkte, dass er meinen Weg kreuzte, hielt er inne und starrte zu Boden. Als ich vorübergegangen war, drehte er weiter seine Runden und stieg dann wieder auf sein Fahrrad. Das tat er an diversen Orten der Stadt; ich habe ihn immer wieder gesehen.
Beeindruckt von der Nonchalance dieser Menschen, versuche ich ganz entspannt meiner Wege zu gehen. Was dazu führen kann, den Faden zu verlieren. Aber wir verlaufen uns ja auch viel zu selten. Ich denke oft: Wir haben so viele Ziele und sind so oft auf dem Weg. Ein Freund hat mir mal gesagt, dass der Weg doch das Ziel sei und ich nickte und sagte: Ja. Was soll man auch mehr sagen, dazu. Man kennt das ja. Diese Sätze. Aber bei genauerem Hinsehen ist das natürlich unheimlich wahr. Und das halte ich mir dann vor, wenn ich mich verlaufe oder einfach nach draußen gehe oder gar nicht nach draußen gehe, weil es auch Tage geben muss, an denen man gar kein Ziel hat (nicht mal einen Weg). Ich bin ein großer Freund von sinnlosen (ziellosen) Tätigkeiten und Begebenheiten. Ich mag Dinge, die nur Dinge sind und sonst nichts. Die Funktionalität von Sachen, Taten und Leuten hat mich auch immer wieder in die Verunsicherung getrieben. Da trifft man sich abends und betrinkt sich des Rausches wegen, zum Beispiel. Aber tagesaktuelle Begriffe wie Comasaufen sind mir ohnehin ein Rätsel. Anders: Da trifft man sich tagsüber und macht Politik, um gewählt zu werden.
Ich muss gerade an ein Buch denken: Ein Mann spricht zehn Sprachen fließend, hat aber keinen Orientierungssinn und ist ohnehin vollkommen unfähig, sich auszudrücken. Diese Ambivalenz erscheint mir irgendwie tagesaktueller als alles, was ich in der Zeitung lese. Es erscheint mir generell weitaus einleuchtender, sich in der Welt nicht mehr zurechtzufinden als sich an ihr zu orientieren. Ich glaube aber auch: Das ist ganz offensichtlich. Gemessen an der Wucht, mit der Verpflichtungen und Anforderungen und all unsere Ziele auf uns einprügeln, ist es doch bei Zeiten ganz entspannend, mal die Augen zu schließen und den Faden zu verlieren. Aber ich finde es auch viel belebender, mich in einer neuen Straße in einer neuen Stadt wiederzufinden anstatt an den immer gleichen Ampeln schon zu wissen, wann sie auf Grün schalten. Mir gefällt auch der Gedanke, an einer grünen Ampel den Verkehr aufzuhalten oder Sätze aufzuschreiben ohne an Grammatik zu denken. Ich mag es, über ein Mittelding nachzudenken zwischen Richtig und Falsch und dann zu merken: Es unterliegt beides Definitionen. Und Definitionen gaben mir schon immer ein beklemmendes Gefühl.
Für Hinweise auf die Besonderheit der Stadt Saulgau bin ich indes immer noch dankbar.

04.10.2009

Clubbing.

I just don't know how people are having fun like that.

25.09.2009

Wool.

I saw the most beautiful girl today: She had black hair and was wearing a woollen hat. As if it was cold already.
That's all I remember.

Chemistry for changing times.

I find it amazing how one record can break my heart every year over and over again and how I love to feel the blood running down my chest from the wound that's left by this combination of music and the smell of leaves. And people I meet wonder why I don't like summer but am in love with autumn. I'm running out of answers. It's so obvious. Look at the stain on my shirt.

17.09.2009

Taking a bath.

There are certain days I can't think of anything at all. I have something in my head and I can feel the melodies streaming and the beats knocking against my forehead and some noise making my skin ache. I can feel words falling apart and letters changing spots. Sentences that make no sense at all and still have to be given some kind of space in a room full of people and devices and people using devices and devices taking over control over people.
Sometimes I don't have any clue of what is going on around me even though it's so clear in front of my eyes. I have to clean my glasses and I have to take them off and take a bath to calm down. There are a bunch of umbrellas walking through the streets in pink and green and blue and black. And all I can think about looking at them is: I want to feel water running down my spine. I want my finger to follow a drop of water running down your spine.

This is no sheet of paper. I can't rip it into pieces after finishing the last word.

14.09.2009

Faith.

Lost even faith in disbelief. Now I'm neither good nor bad.

06.09.2009

Fall.



This is still one of my favourite photographs.
It's been almost a year now.

05.09.2009

Music Television.

The words themself give me a headache.
Yesterday I came a across a show called I Love Money (or something similar to it) with a bunch of pretty and pretty rich and (obviously) pretty stupid women gathering around even richer alleged stars, longing for their attention. Making fools out of themselves for money and fame (whatever that's supposed to mean).
I don't know what more to say.
Make up your mind.

Sammellinse: Solipsismus

Alltägliche Wahrnehmungen, hervorgerufen durch eigenartige Abhandlung von ausgewählten und zufälligen Worten. Eine Kolumne zu Ungunsten der Definition.


Seht selbst. Ich freue mich über Besuch. Schaut rein und sagt hallo. Am liebsten setzt ihr euch kurz (auseinander mit dem) und wir trinken ein Glas oder eine Flasche. Es kommt ja nicht auf das Gefäß an.

Wir stoßen diesen Monat an auf:


Solipsismus




Ein Glück, dass ich überhaupt angekommen bin, in der Arbeit. Ich wundere mich ja jeden Tag wieder, warum ich der Letzte bin, der den Zug betritt und dann auch noch einen Sitzplatz bekommt. Man muss natürlich die richtige Zeit treffen: Die Zeit, zu der Leute ihre Taschen neben sich parken und streicheln. Und dann muss man nur dreist sein und sich einmischen in deren Beziehung. Entschuldigen Sie (Grummeln; vielleicht sogar ein kurzer Blickkontakt), aber ist der Platz hier vielleicht noch frei (Zögerndes Ja, begleitet von widerwilligem Wegräumen der Tasche). Vielen Dank (Keine Antwort).
Da fühlt man sich fast aufdringlich dann auf seinem Sitzplatz. Man hat sich ja eingemischt, und man bedrängt den Nachbarn, und ganz offensichtlich ist es dem Nachbarn nicht Recht, dass er jetzt einen Nachbarn hat. Was ja komisch ist. Vielleicht sollte die Bahn anfangen, neue Sitze zu entwickeln. Ein Sitz und ein kleiner Behälter daneben, für die Tasche. Dann geht man diesem unangenehmen Gefühl der Gesellschaft auch ganz automatisch aus dem Weg. Ich habe ja auch neulich was über die Gesellschaft gelernt: Man ist sie nicht, man hat sie. Unwissend verglich ich die Gesellschaft meist mit Leuten. Dabei leisten wir ja Gesellschaft, statt sie zu sein. Und dann noch das: leisten. Es ist demnach offensichtlich eine Leistung, die wir erbringen. Warum mein Zugnachbar das nicht sehen will, kann ich mir auch nicht erklären.
So stößt man alltäglich auch immer mehr auf Desinteresse. Ich beobachte mit Vorliebe Menschen, die sich in die Quere kommen und muss mich doch jedes Mal wundern, wie wenige sich entschuldigen oder umdrehen und nicht einfach (scheinbar) unbedacht weitergehen. Es interessiert zum Beispiel auch kaum jemanden, wenn er mich auf dem Marienplatz über den Haufen rennt (fröhliches Wegabschneiden auch in der Goethestraße). Vielleicht habe ich nicht die Statur dazu, nicht über den Haufen gerannt zu werden, aber ich sage mir doch oft: Das hat doch was mit Respekt zu tun. Aber mittlerweile glaube ich das gar nicht mehr. Ich denke eher: Wir sind so sehr mit uns selbst beschäftigt, da nehmen wir gar nicht wahr, dass wir jemanden über den Haufen rennen könnten oder gerade gerannt haben. Wir gehen unserer Wege und ziehen unsere Meinungen und Probleme und Sorgen und Entscheidungen hinter uns her. Der Schweif ist lang und schwer genug; da kann man nicht auch noch auf andere achten. Erst recht nicht auf Fremde.
Und die anderen sind auch nicht greifbar. Ein Bekannter sagte kürzlich zu mir: Es gibt keine Realität. Und ich entgegnete entsetzt und ein bisschen verwirrt: Doch. Es ist doch real, dass ich in einem Haus sitze und mit dir rede. Und er bestand darauf, dass das in meiner eigenen Realität so sei, aber jeder eine andere habe und es deshalb keine objektive und also absolute Realität gäbe. Wir einigten uns dann darauf, dass man einen Schinken mit einem Messer aber durchschneiden kann und dass er dann zwei Teile hat. Und dass das schon real sei. Dann tranken wir auf die Erkenntnis. Und ich war mir ziemlich sicher, ich hielt wirklich eine Flasche dabei in der Hand.
Ich glaube aber zunehmend: Wir nehmen wahr, was wir wollen und sehen, was wir wollen und achten auf das, auf das wir achten wollen. Und es will wohl jeder etwas anderes. Gut so. Aber vielleicht kann man sich doch darauf einigen, dass mehr existiert als die eigene Wahrnehmung. Wär doch auch schade um all die Eindrücke, entspränge das alles unserer Phantasie.